Bonn Endenich · Station 2

Ehemaliger Frohnhof

Frongasse 9, Bonn

Der Frohnhof in Endenich — Copyright: Gemeinfrei; Bildnachweis: Stadtarchiv Bonn, DA02 2076

Auch während der NS-Zeit ging in Endenich das gesellschaftliche Leben für den Großteil der Bevölkerung weiter. Einer der Orte, an dem sich ein Teil des Ortslebens abspielte, war der Fronhof. 1355 errichtet, war dieser einer der großen Höfe Endenichs und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. So wurden ab 1796 napoleonische und nach dem Ersten Weltkrieg britische und kanadische Soldaten im Saal einquartiert, Wehrunwilligen diente der Hof im 19. Jahrhundert als Versteck vor den preußischen Obrigkeiten. 1822 wurde das Gebäude zur Gaststätte, das Land ging an die neugegründete Universität.

Für die Endenicher Vereine und Organisationen wurde der Fronhof zu einer beliebten Anlaufstelle. Das änderte sich auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 nicht. Tanzveranstaltungen, Tischtennisturniere, Theaterabende und Bälle anlässlich des Erntedankfestes wurden im Saal des Hofes abgehalten. Daneben trafen sich hier aber auch politische Gruppen. So hielt die Ortsgruppe der NSDAP ihre Weihnachtsfeier vor hunderten Kindern im Saal ab, die „Deutsche Arbeitsfront“ berief ihre Mitglieder aus Endenich und der weiteren Umgebung gleich mehrfach in den Fronhof. Auch die Kriegerkameradschaft Endenich war zu Gast und beging vor Ort ihre Jubiläumsveranstaltung.

Bei Bombentreffern wurde das Gebäude im März und Dezember 1944 stark beschädigt. Die Decke stürzte ein, doch die Grundmauern hielten dem Angriff stand. Nach 1945 fand hier zunächst ein von Nonnen geleiteter Kindergarten sein temporäres Zuhause, ehe die ehemalige Gaststätte in einen Kinosaal umgebaut wurde. Heute befinden sich das Rex-Kino, das Theater im Ballsaal und ein Irish Pub in dem Gebäude.