Bonn Endenich · Station 3

Stolperstein Ella Dietl

Magdalenenstraße 6, Bonn

Der Friedhof der Tötungsanstalt in Hadamar — Copyright: US Army, Troy A. Peters; Bildnachweis: United States Holocaust Memorial Museum, Photograph No. 05508

Ella Dietl wurde 1872 als Ella Ulbrich in Rosnówko im heutigen Polen geboren. Sie wurde christlich getauft und hatte vier ältere Brüder.

1896 heiratete sie in Posen Paul Hübel und bekam mit ihm eine Tochter und einen Sohn. Die Ehe verlief nicht wie erhofft, denn 1902 heiratete die 30-Jährige erneut, diesmal den Lehrer Xaver Josef Dietl aus Straubing. Dieser lebte geschieden in Posen. Gemeinsam wohnte das Paar dort anschließend ohne Ella Dietls Kinder aus erster Ehe. Zwischen 1904 und 1910 wurden drei Söhne geboren.

1920 zog die Familie nach Endenich, in eine Lehrerwohnung in der Magdalenenschule. Als Kind erlitt Sohn Ernst Xaver bleibende Hirnschäden. Seit Mitte der 1920er war er in stationärer Behandlung in der Heilanstalt Waldbröl.

1928 zeigte Ella Dietl nach einer Grippe Anzeichen einer „Schizophrenie“. Sie begab sich in die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Bonn. Im April 1929 wurde sie auf Veranlassung ihres Mannes entlassen. Als im Juli Halluzinationen und Verfolgungswahn auftraten, wurde sie erneut eingewiesen. Mit kurzen Unterbrechungen blieb Dietl bis September 1938 in der Heilanstalt. Anschließend wurde sie zu ihrem Sohn nach Waldbröl verlegt. Ihr Ehemann war inzwischen im Ruhestand und konnte die hohen Pflegekosten nicht zahlen, daher sprang ihre Tochter aus erster Ehe ein.

Im Oktober 1941 wurde Ella Dietl von Waldbröl über Zwischenstationen in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht. Offiziell verstarb Ella Dietl dort am 11.11.1943. Wahrscheinlicher ist, dass sie nach ihrer Ankunft ermordet wurde und das Todesdatum der Verschleierung diente.