Bonn Endenich · Station 4
Stolpersteine Familie Appel

Henriette Appel wurde 1866 als Henriette Wolff in Rheinbrohl geboren. Als Ehefrau von Joseph Appel kam sie nach Endenich. Dort gehörte der Familie mit fünf Kindern ein Hof. 1918 starb Joseph Appel während der großen Grippeepidemie, 1922 Tochter Selma bei einer Geburt. Sohn Adolph war mehrfach verschüttet und traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt, und überlebte 1940 einen Klinikaufenthalt nicht. Vermutlich wurde er ermordet.
Den Hof bewohnte Henriette Appel mit Tochter Martha. Auch diese wurde wegen psychischer Probleme zeitweise stationär behandelt und zwangssterilisiert. Mit ihr kam sie am 02.07.1941 in das Ghetto im beschlagnahmten Benediktinerinnen-Kloster in Endenich. Am 19.01.1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und acht Monate später in das Vernichtungslager Treblinka verlegt und ermordet. Auch ihre Töchter Martha und Else überlebten nicht.
Kurt Appel, 1926 geboren, wuchs wegen der Probleme seines Vaters Adolph bei seiner Mutter auf. In der NS-Zeit wandten sich Freunde ab, er wurde verprügelt und mit Messern attackiert. Aus Angst sprintete er zur Schule. 1934 wechselte er auf die jüdische Schule Jawne in Köln. Seine Mutter Frieda ließ sich aus wirtschaftlichen Gründen scheiden. 1939 hatte sie die Möglichkeit, ihn mit einem Kindertransport nach Großbritannien in Sicherheit zu bringen. Sie selbst floh nach Spanien.
Kurt nannte sich fortan Kenneth und weigerte sich, Deutsch zu sprechen. Später gründete er eine Familie und holte 1947 seine Mutter zu sich. Doch sie litt unter den Folgen der NS-Zeit und beging 1956 kurz vor der Geburt ihres ersten Enkels Suizid.