Bonn Bad Godesberg · Station 4

Alte Godesberger Synagoge

Oststraße 2, Bonn

Die 1938 zerstörte Godesberger Synagoge — Copyright: [Anonym/Unbekannter Fotograf]; Bildnachweis: Stadtarchiv Bonn, DA01 12055-01

Im August 1850 eröffnete die jüdische Gemeinde Bad Godesbergs eine kleine Synagoge in der heutigen Oststraße. Das Gebäude war schlicht und zurückhaltend gestaltet. Es bot mit einem Innenraum von 42 Quadratmetern Platz für rund 90 Gläubige. Ab 1875 war die Godesberger Gemeinde komplett eigenständig. Von der Bonner Gemeinde hatten sie sich getrennt, weil deren Vorstellungen vielen Godesberger Gemeindemitgliedern zu modern und liberal waren.

1933 gehörten 122 Personen der jüdischen Gemeinde Godesberg an. Viele von ihnen lebten mit ihren Familien schon lange vor Ort. Sie hatten in der Regel ein gutes Verhältnis zu den nicht-jüdischen Nachbarn. Als Kurort lockte Godesberg auch einige ältere Jüdinnen und Juden an. Sie wollten hier ihren Lebensabend verbringen. Insgesamt war die Godesberger Gemeinde stark überaltert. Die Zahl ihrer Mitglieder sank trotz der vereinzelten Zuzüge.

Am Nachmittag des 10.11.1938 wurde die Godesberger Synagoge während der Novemberpogrome in Brand gesteckt. Die Feuerwehr löschte sie nicht. Sie verhinderte nur ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude. Ein Jahr später wurden die Reste des Baus abgetragen. Heute erinnert vor Ort nur noch eine im Jahr 1985 eingeweihte Gedenktafel an das frühere Bethaus.