Bonn Bad Godesberg · Station 5
Nach Heinrich Kolfhaus benannte Straße
Kolfhausstraße, Bonn

Mit dem nötigen Mut konnten Menschen Verfolgten helfen und zu ihrer Rettung beitragen. Das zeigt sich auch in Bad Godesberg. Seit 1888 bestand hier mit dem „Godesheim“ ein Waisenhaus für evangelische Kinder. In der NS-Zeit schottete der Direktor Ernst Horn das „Godesheim“ weitgehend von der Außenwelt ab. Er gründete zur Tarnung sogar eine eigene Gruppe der Hitlerjugend. So mussten die Kinder nicht an den Gruppenstunden in der Stadt teilnehmen. Auch der Schulunterricht fand im Heim selbst statt.
Ernst Horn tat das nicht ohne Grund. Er nutzte die Trennung von der Außenwelt und nahm mehrere als jüdisch verfolgte Kinder im Waisenhaus auf. In den offiziellen Dokumenten ließ er sie als evangelisch eintragen. Unterstützung erhielt er vom Godesberger Pfarrer Heinrich Kolfhaus. Dieser war selbst ein Gegner des NS-Regimes und stand wegen kritischer Predigten unter Beobachtung.
Die Täuschung gelang. Bis zuletzt hatten die Nationalsozialisten keine Ahnung von der wahren Identität der Kinder. Die älteren von ihnen wurden zum Teil sogar zur Armee eingezogen. Oft war es wie hier das mutige und entschlossene Handeln Einzelner, das den Verfolgten ein Überleben ermöglichte.