Bonn Beuel · Station 3
Alte Synagoge Beuel
Synagogenplatz, Bonn

Schon 1808 wird in Beuel eine Synagoge erwähnt. 1903 erfolgte ein Neubau. 1875 war die Beueler Gemeinde eigenständig geworden und aus dem Verband mit der Bonner Gemeinde ausgetreten. Ein Grund dafür war die traditionellere Ausrichtung der Gemeindemitglieder. Sie wollten zum Beispiel kein Orgelspiel im Gottesdienst, das im jüdischen Ritus traditionell nicht vorgesehen ist. Liberalere Gemeinden wie die Bonner übernahmen dies zusammen mit weiteren Anpassungen aus christlichen Gottesdiensten.
Die Synagoge von 1903 war aus gelben Backsteinen gebaut. Die alte Synagoge war zu klein geworden. Die neue sollte noch größer und schöner werden, doch die Mittel der Gemeinde reichten dafür nicht aus. Die jüdische Gemeinde in Beuel umfasste zu dieser Zeit etwa 200 Personen. Viele waren Händler oder Metzger und lebten schon sehr lange in Beuel. Spannungen mit den christlichen Nachbarn gab es lange Zeit nicht.
Das änderte sich mit dem Erstarken der Nationalsozialisten. 1938 wurde das Gebäude während der Novemberpogrome am Morgen des 10. November in Brand gesteckt und zerstört. Die Täter waren einheimische SA- und SS-Männer. 1962 wurde eine erste Gedenktafel eingerichtet. Seit einem Umbau 1988 erinnert ein Denkmal an die an dieser Stelle zerstörte Synagoge. Teil dieses Denkmals sind auch originale Ziegelsteine des ursprünglichen Bauwerks.