Bonn Beuel · Station 2

Stolperstein Edith Sternschein

Marienstraße 21, Bonn

Edith Sternschein mit ihrem Sohn Horst Michael — Copyright: Kid-Verlag; Bildnachweis: Kid-Verlag

Edith Sternschein floh quer durch Europa. 1908 wurde sie als Edith Schubach in Beuel in eine jüdische Familie geboren. Als junge Frau verbrachte sie viel Zeit in Cafés und war befreundet mit Studentinnen und Studenten. Mit 23 heiratete sie Julius Sternschein aus Dresden und bekam mit ihm einen Sohn. Doch ihr Mann geriet wegen seiner politischen Aktivitäten ins Visier der Nationalsozialisten. Er musste nach Barcelona fliehen.

Edith Sternschein und ihr Sohn Horst Michael kamen zurück nach Beuel. Zu ihrem Schutz lebten sie offiziell getrennt, in Wirklichkeit waren sie aber weiter ein Paar. Edith besuchte ihren Mann in Spanien. Hier wollten sie ein neues Leben beginnen. Doch dann brach in Spanien ein Bürgerkrieg aus. Edith ging zurück nach Deutschland. Aber die deutschen Behörden erlaubten ihr keine dauerhafte Rückkehr. Nun musste auch sie fliehen. Mit ihrem Mann ging sie nach Zagreb ins heutige Kroatien. Ihr Sohn kam später nach.

Nach dem Einmarsch der deutschen Armee in Jugoslawien floh die Familie erneut. Sie wurde jedoch entdeckt und in verschiedene Konzentrationslager in Kroatien gebracht. Das letzte lag auf der Insel Rab. In einem günstigen Moment flohen Sternscheins mit einem Fischerboot und wurden von einem Kroaten versteckt. Sie schafften es in die Stadt Topusko-Glina. die von Gegnern der Nationalsozialisten kontrolliert wurde. Sternscheins eröffneten ein kleines Café. Viele US-Soldaten wurden ihre Kunden. Doch immer wieder wollten die Deutschen die Stadt einnehmen. Dann mussten alle in die Wälder fliehen. Dabei wurden Edith und Julius Sternschein im Sommer 1944 erschossen. Ihr Sohn überlebte und wohnte später in Israel.