Bonn Beuel · Station 4

Deutsche Filmbühne

Friedrich-Breuer-Straße 68, Bonn

Zeitungsannonce über die Gründung des Kinos von August 1933 — Copyright: Gemeinfrei; Bildnachweis: General-Anzeiger Bonn, 16.08.1933, S. 8

Im November 1933 eröffnete in Beuel ein neues Kino, das den Namen „Deutsche Filmbühne“ erhielt. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte es in Bonn zahlreiche kleine Filmtheater gegeben. Ab 1934 wurden immer mehr Propagandafilme gezeigt, die helfen sollten, die NS-Ideologie zu verbreiten. Die „Deutsche Filmbühne“ spendete bereits am Eröffnungstag ihre Einnahmen an die „Hitler-Jugend“. Gezeigt wurde der Film „Blutendes Deutschland“. Dieser rund einstündige Überblick über die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert berichtete wohlwollend und euphorisch über den Aufstieg des Nationalsozialismus.

In den kommenden Jahren wurde das Kino zu einem wichtigen Propaganda-Instrument der Nationalsozialisten. Während Unterhaltungsfilme vom Krieg und den Folgen der NS-Politik ablenken sollten, kamen auch immer wieder Filme mit klaren politischen Botschaften in die Kinosäle. So stellten einige Titel den Mord an Menschen mit Krankheiten und Behinderungen als „Gnadentod“ dar oder transportierten rassistische und antisemitische Inhalte.

Gerade in Bonn erfreute sich das Kino großer Beliebtheit: Mit 24,6 Kinobesuchen pro Kopf stand die Stadt 1940 an der Spitze aller deutschen Städte. Durch den Krieg und die Einberufung von Mitarbeitern als Soldaten standen in den Jahren darauf allerdings einige Filmtheater kurz vor dem Aus. Unter dem Namen „Neue Filmbühne“ konnte sich das Kino in Beuel trotz einiger wirtschaftlicher Krisen bis heute erhalten. Viele andere in der NS-Zeit bestehende kleine Kinos existieren heute nicht mehr. Dennoch gilt Bonn weiterhin als eine der attraktivsten Kinostädte Nordrhein-Westfalens.