Bonn Beuel · Station 5
Stolpersteine Familie Kober
Neustraße 6, Bonn

Margot Barnard wurde 1919 in Beuel als Margot Kober geboren. Sie hatte eine schöne Kindheit. Die Familie war jüdisch, aber das spielte kaum eine Rolle. Erst wegen der Ausgrenzung in der NS-Zeit machte sich Margot Gedanken darüber. Von einem Onkel hörte sie von der Idee eines sicheren jüdischen Staates. Das Einsetzen dafür nennt man Zionismus. Margot begeisterte die Idee und sie gründete eine zionistische Jugendgruppe in Beuel. Bald gehörten fast 40 Jugendliche dazu. Die meisten Eltern sahen das nicht gerne. Viele deutsche Jüdinnen und Juden waren sehr patriotisch und hatten kein Interesse an einem jüdischen Staat. Manchmal schlossen ihre Eltern Margot während der Gruppenstunden sogar im Zimmer ein.
Doch die Lage der Familie wurde in der NS-Zeit immer schlimmer. Margots Vater verlor seine Arbeit. Eine Zeit lebte sie in Hamburg bei Verwandten. Ihre Eltern konnten sich ihr Schulgeld nicht mehr leisten. Als sie zurückkam, wollte sie nach Palästina fliehen. Selbst ihr Vater unterstützte sie nun. Alles war besser als in Deutschland zu bleiben.
1936 fuhr sie mit 16 allein in Bonn los. Ihre Familie sah sie danach nie wieder. Über Frankreich fuhr sie mit dem Schiff ins britisch kontrollierte Palästina. Margot lebte in einem Kibbuz mit vielen Menschen in einer Gemeinschaft. Oft gab es Angriffe von arabischen Gruppen. Am Anfang versteckte sie sich, später kämpfte sie mit. Ganz wohl fühlte sie sich nicht. In Jerusalem traf sie ihren späteren Mann und ging mit ihm 1945 nach London. Sie bekamen zwei Söhne und lebten in verschiedenen Ländern. Immer wieder kam Margot nach Bonn. Hier teilte sie an Schulen ihre Lebensgeschichte. 2015 starb Margot Barnard.