Bonn Zentrum · Station 7

Alte Bonner Synagoge

Moses-Hess-Ufer, Bonn

Alte Bonner Synagoge — Copyright: Gemeinfrei; Bildnachweis: Stadtarchiv Bonn, DA01 02791-05

1879 wurde die neue Hauptsynagoge der jüdischen Gemeinde Bonns eröffnet. Mit dem Bau wollte die Gemeinde ein Zeichen setzen. Die alte Synagoge war klein und dunkel. Die neue Synagoge war groß und auffällig gebaut, und die Gemeinde fühlte sich nun als respektierter Teil der Stadt. So nahmen an der Eröffnung der Oberbürgermeister und andere Prominente aus der Stadt teil und lobten den Neubau. Später kam noch ein Gemeindehaus auf dem Nachbargrundstück dazu.

Für 59 Jahre war die Synagoge der Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde Bonns. Während der Novemberpogrome am 10.11.1938 wurde auch sie in Brand gesteckt. Viele Menschen sahen ihr beim Brennen zu. Die Feuerwehr löschte auf Anweisung nicht. Sie verhinderte nur ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude. Das gesamte Innenleben der Synagoge wurde ein Opfer der Flammen. Später wurden auch die Außenmauern aus Stein abgetragen.

Für mehrere Jahrzehnte befand sich nur ein Parkplatz an der Stelle der früheren Synagoge. Als in den 1980er-Jahren dort ein großes Hotel gebaut werden sollte, waren nicht alle in Bonn damit einverstanden. Viele hätten lieber eine Gedenkstätte an diesem Ort gesehen. Als Kompromiss wurde auf der anderen Straßenseite ein Mahnmal im Gedenken an die Synagoge aus den verbliebenen Steinen eröffnet. Seitdem findet hier jährlich am 10. November ein Gedenken an den Pogrom von 1938 statt.