Bonn Zentrum · Station 4
Ehemaliges Gewerkschaftshaus „Phoenix“
Kölnstraße 9-11, Bonn

Die Nationalsozialisten wollten die vollständige Kontrolle über die Gewerkschaften. Dort organisierten sich Arbeiterinnen und Arbeiter und verschafften ihren Forderungen Gehör. Die freien Gewerkschaften lehnten die NS-Politik ab und forderten mehr Rechte und Freiheiten für die arbeitenden Menschen.
Ein wichtiger Treffpunkt der Gewerkschaften in Bonn war das Haus „Phoenix“ in der Kölnstraße. Von dort wurden unter anderem Streiks und die politische Bildung der Arbeiterschaft organisiert. Außerdem diente das Gebäude verschiedenen Gewerkschaften als Hauptsitz und Bürogebäude.
Am 02.05.1933 beschlagnahmten die NS-Behörden das Haus. In ganz Deutschland fanden zu dieser Zeit Beschlagnahmungen statt. Das Haus wurde nach belastenden Unterlagen durchsucht. In der Folge wurden tausende Gewerkschaftsmitglieder verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Viele überlebten nicht. Die Nationalsozialisten zerschlugen die Gewerkschaften gewaltsam und ersetzten sie durch die gleichgeschaltete „Deutsche Arbeitsfront“, die dann die einzige Organisation für Arbeiter und Unternehmer war Es gab kein Streikrecht mehr, Löhne wurden staatlich festgelegt und Betriebe nach dem „Führerprinzip“ geleitet. Alle anderen Gewerkschaften blieben bis zum Ende des Regimes verboten.